So wird Bambus zu weichem Stoff
Kurze Antwort: Bambus wird zu Spänen gehackt, chemisch zu einer dickflüssigen Masse aufgelöst, durch feine Düsen gepresst und zu Garn versponnen. Das Ergebnis heißt Bambusviskose, und der gesamte Prozess erklärt, warum sich der Stoff so weich und kühl auf der Haut anfühlt.
Von der Pflanze zur Masse
Die Bambusspäne werden in einem chemischen Verfahren zu einer dickflüssigen Masse aufgelöst, ähnlich wie bei jeder anderen Viskose, unabhängig davon, welche Pflanze als Rohstoff dient. Siehe Bambuskleidung für Damen. Dieser Teil des Prozesses ist gleich, egal ob der Rohstoff Bambus, Buche oder Eukalyptus ist, und deshalb entscheidet die Faser selbst, nicht die Pflanze allein, wie sich der fertige Stoff anfühlt.
Von der Masse zum Faden
Die Masse wird durch Düsen mit haarfeinen Löchern gepresst und erstarrt in einem Bad zu langen, dünnen Fasern, die anschließend auf üblichen Spinnmaschinen zu Garn versponnen werden. Die feine Düsengröße ergibt eine glatte und gleichmäßige Faser, was einer der Hauptgründe ist, warum sich der fertige Stoff weicher anfühlt als viele andere Naturfasern.
Vom Garn zum Stoff
Das Garn wird zu Jersey oder Rippstrick verarbeitet, den beiden am häufigsten genutzten Strickarten für Unterwäsche und T-Shirts, weil beide Strickungen guten Dehnungsspielraum ohne zusätzliche Materialien geben. Siehe Bambus T-Shirt für Damen. Dichte der Strickung und Dicke des Garns bestimmen zusammen, wie schwer und wie warm sich der fertige Stoff auf dem Körper anfühlt.
Deshalb fühlt es sich anders an
Die Fasern sind an der Oberfläche glatt und im Querschnitt rund, im Gegensatz zu vielen anderen Fasern mit scharfen Kanten und Unebenheiten. Siehe Bambus Unterwäsche für Damen. Deshalb fühlt sich der Stoff kühl und glatt auf der Haut an, und dieselbe Eigenschaft sorgt dafür, dass er bei Bewegung leicht über die Haut gleitet, ohne zu scheuern oder zu reizen.
Färbung kommt spät im Prozess
Das Garn oder der fertige Stoff wird meist nach dem Spinnen gefärbt, in einem Schritt, der genaue Temperatur und Zeit braucht, damit die Farbe hält, ohne die glatte Oberfläche der Faser zu schädigen. Ein schlechter Färbeprozess kann eine sonst weiche Faser steifer machen, was einer der Gründe ist, warum die Qualität zwischen verschiedenen Herstellern derselben Fasertype variieren kann.
Wasserverbrauch und Chemikalien in der Produktion
Der Prozess braucht sowohl Wasser als auch Chemikalien, um die Fasern aufzulösen und zu formen, und die Menge schwankt stark je nach Fabrik und wie modern die Anlage ist. Neuere Anlagen können einen Teil der Chemikalien in geschlossenen Kreisläufen wiederverwenden, während ältere Anlagen meist mehr von beidem brauchen, um das gleiche Ergebnis im fertigen Garn zu erreichen.
Der Unterschied zwischen Viskose und Lyocell
Bambusviskose ist die gängigste Faserform, aber dieselbe Pflanze lässt sich auch zu Lyocell verarbeiten, bei dem die Chemikalien in einem geschlossenen System wiederverwendet statt abgeleitet werden. Lyocell ist teurer in der Herstellung, ergibt aber oft eine noch gleichmäßigere Faser. Die meisten Bambusprodukte in gewöhnlicher Kleidung sind aber weiterhin Viskose statt Lyocell.
So erhalten Sie die Eigenschaften der Faser
Weil die glatte Faser empfindlich auf hohe Hitze und harte mechanische Behandlung reagiert, bleibt der Stoff bei niedriger Waschtemperatur und schonendem Schleudern am längsten weich. Nutzen Sie oft heißes Wasser oder den Trockner, verliert die Faser über die Zeit etwas von ihrer natürlichen Glätte, selbst wenn Strickung und Naht noch intakt sind.
Häufig gestellte Fragen
Ist Bambusviskose ein Naturmaterial?
Der Rohstoff ist eine Pflanze, aber die Faser entsteht chemisch durch Auflösen und Spinnen. Sie wird deshalb als regenerierte Faser bezeichnet, nicht als reine Naturfaser.
Warum ist Bambusviskose so weich?
Weil die Fasern glatt und im Querschnitt rund sind, was weniger Reibung auf der Haut ergibt als Fasern mit scharfen Kanten und ungleichmäßiger Oberfläche.
Sind alle Bambusstoffe Viskose?
Fast alle. Es gibt auch mechanisch hergestelltes Bambusleinen und chemisches Lyocell, aber beide sind in gewöhnlicher Kleidung seltener als Viskose.
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