Womit Luftdurchlässigkeit geprüft wird
Kurze Antwort: Ein Gerät presst Luft mit gleichbleibendem Druck durch ein Stück Stoff und misst, wie viel davon pro Sekunde hindurchkommt. Die Zahl zeigt, wie offen ein Stoff ist, und dient dem Vergleich zweier Stoffe, nicht der Vorhersage, wie sich ein Kleidungsstück genau anfühlt.
Der Druck bleibt jedes Mal gleich
Ohne einen festen Druck ergibt die Messung keinen Sinn, denn mehr Druck presst mehr Luft durch denselben Stoff. Deshalb legt das Verfahren sowohl den Druck als auch die Größe der gemessenen Fläche fest. Sind die Bedingungen immer gleich, können zwei Labore ihre Zahlen vergleichen und sicher sein, dass sie dasselbe gemessen haben.
Was die Zahl über den Stoff verrät
Die Messung zeigt, wie viel Luft in einer Sekunde durch eine bestimmte Fläche gelangt. Eine hohe Zahl steht für einen offenen Stoff, durch den die Luft leicht findet, eine niedrige für ein dichteres Gewebe oder Gestrick. Über Farbe, Weichheit oder Passform sagt die Zahl nichts, aber sie ist ein brauchbarer erster Hinweis auf das Verhalten in der Wärme.
Die gemessene Fläche zählt
Neben dem Druck muss auch die Fläche feststehen, meist ein runder Ausschnitt von bestimmter Größe. Der Stoff wird glatt eingespannt, aber nicht gezogen, denn ein gedehnter Stoff wird offener und liefert eine zu hohe Zahl. Dieses kleine Detail entscheidet darüber, ob ein Ergebnis überhaupt brauchbar ist oder nicht.
Offener Stoff ist nicht immer kühler
Die Luftdurchlässigkeit ist nur ein Teil der Geschichte. Auch Feuchtigkeit und Dicke bestimmen stark, wie sich ein Kleidungsstück auf der Haut anfühlt. Ein dünner, dichter Stoff kann kühler wirken als ein dicker, offener, wenn er Feuchtigkeit schnell von der Haut wegführt. Sieh die Zahl deshalb als einen Hinweis unter mehreren. Mehr dazu bei Bamboo Basics.
Gestrick wird an mehreren Stellen gemessen
Ein gestrickter Stoff ist nicht über die ganze Breite gleich, weil die Maschen an manchen Stellen etwas enger oder lockerer liegen. Darum wird an mehreren Stellen gemessen, und das Labor bildet einen Durchschnitt. Ein einzelner Wert von einer Stelle kann täuschen, während der Mittelwert ein ehrlicheres Bild ergibt. Siehe auch JBS und CCDK.
Feuchtigkeit und Dicke spielen mit
Beim Schwitzen verändert sich der Stoff. Feuchte Fasern legen sich enger aneinander und schließen die Luft aus, und ein dicker Stoff hält die Wärme länger. Deshalb kann ein Stoff mit hoher Luftdurchlässigkeit trotzdem klamm wirken, wenn er Feuchtigkeit aufnimmt und auf der Haut bleibt. Auch deshalb steht die Luftmessung nie allein.
Den Unterschied selbst spüren
Für ein erstes Gefühl brauchst du kein Gerät. Halte den Stoff gegen das Licht und sieh, wie viel Licht hindurchkommt, oder puste leicht durch den Stoff gegen deine Hand. Ein offener Stoff lässt die Luft leicht passieren, ein dichter Stoff setzt mehr Widerstand entgegen. Vergleiche zwei Teile nebeneinander, dann wird der Unterschied deutlich.
Die Wäsche kann die Zahl verschieben
Ein Stoff verändert sich beim Waschen. Die Fasern können sich leicht zusammenziehen, dann wird der Stoff dichter und lässt weniger Luft durch. Deshalb hat ein neues Teil nach vielen Wäschen nicht unbedingt dieselbe Luftigkeit. Halte dich an das Pflegeetikett und vermeide zu hohe Temperaturen, dann behält der Stoff seinen Charakter möglichst lange.
So nutzt du die Zahl im Alltag
Nutze die Zahl, um zwei Stoffe zu vergleichen, die auf dieselbe Weise gemessen wurden. Zur genauen Vorhersage, wie kühl ein bestimmtes Teil an einem warmen Tag wird, eignet sie sich nicht. Achte daher auf Zahl, Dicke und Fasern zugleich und lass auch deine eigene Erfahrung mit dem, was sich angenehm anfühlt, mitzählen.
Häufig gestellte Fragen
Wofür wird die Zahl verwendet
Um zwei Stoffe miteinander zu vergleichen, nicht um genau vorherzusagen, wie kühl ein Kleidungsstück wird. Die Zahl ist ein Hinweis und sollte immer zusammen mit Dicke und Feuchtigkeitstransport gelesen werden.
Ist hohe Luftdurchlässigkeit immer am besten
Nein. Bei Wind kann sich ein sehr offener Stoff kalt anfühlen, während ein dichterer angenehm bleibt. Die beste Wahl hängt von der Jahreszeit ab und davon, wofür du das Teil brauchst.
Kann man den Unterschied spüren
Ja, oft. Halte den Stoff gegen das Licht und puste hindurch. Kommt viel Licht und Luft durch, ist der Stoff offen, doch das Auge zeigt nur einen Teil der Wahrheit, also prüfe auch das Gefühl.
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